In unserer Genossenschaft leben Menschen, die nicht selten schon von Kindesbeinen an am Spitzberg oder in der Umgebung zuhause sind. Andere ziehen des Berufes oder der Liebe wegen nach Passau und werden Mitglied in unserer Genossenschaft, um eine Wohnung zu mieten. Zusammen bilden wir eine lebendige und vielseitige Gemeinschaft.
Bei uns zu wohnen bedeutet, bezahlbar und sicher zu leben. Denn als Genossenschaftsmitglied ist man Miteigentümer und genießt lebenslanges Wohnrecht.
Weil jedes Mitglied auf der Mitgliederversammlung genau eine Stimme hat, gilt die Genossenschaft als demokratischste Unternehmensform. Anders als bei einer GmbH oder einer AG kann es nicht passieren, dass ein Mehrheitsgesellschafter oder ein Großaktionär seinen Willen gegen die Mehrheit der Anteilseigner durchsetzt.
Mit rund 200 Wohnungen sind wir eine kleine und familiäre Genossenschaft im Herzen Passaus. Der überwiegende Teil unserer Wohnungen sind 2- und 3-Zimmer-Wohnungen, aber auch 1-Zimmer- und 4-Zimmer-Wohnungen gehören zu unserem Bestand. Sie befinden sich in gut gepflegten Altbauten oder im modernen Neubau. Meist liegen unsere Wohnungen nur wenige Gehminuten von der Passauer Innenstadt, der Universität Passau und dem Klinikum entfernt.
Im Jahre 1901 war die Wohnungsnot in Passau, insbesondere im Bereich des Bahnhofs, sehr groß. Man konnte damals keine befriedigende Antwort auf die Frage geben: "Wo sollen die Wohnungen für die ständig steigende Zahl der Eisenbahner herkommen?" Wohnungen waren rar, und die wenigen vorhandenen waren meist unzureichend. Besonders schwierig wurde es aber, wenn der Hausherr die unausweichliche Frage stellte, wie viele Kinder der Wohnungssuchende hatte. Waren es deren zu viele, so war es nicht selten der Fall, dass der Vater einer kinderreichen Familie abgewiesen und bitter enttäuscht wurde. Die damals herrschende Wohnungsnot wurde zum großen Teil auch durch die schreckliche Hochwasserkatastrophe von 1899 mit verursacht.
Diese Umstände waren ausschlaggebend, dass sich am 7. Juli 1901 in den Lokalitäten des „Schmeroldkellers" zu Passau sozialgesinnte Stationsbeamte und Arbeiter zu einer Gründungsversammlung versammelten. Zu dieser Gründungsversammlung erschienen 23 gleichgesinnte Männer, die sich zum Ziel gesetzt hatten, für die Eisenbahner und deren Familien angemessenen Wohnraum zu schaffen.